Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling meldet sich zurück
11. Juli 2025
Aktuelle Beobachtungen aus dem
Leipheimer Moos:
Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling meldet
sich zurück
Im Leipheimer Moos koordiniert die ARGE Donaumoos aktuell mehrere Fachleute, um Pflanzen und Tiere systematisch zu erfassen. Obwohl die Vegetations- und Tierkartierungen noch laufen, zeigt sich immer wieder: Unsere heimische Moorlandschaft hat einiges zu bieten. Auf den Feuchtwiesen leuchten Mehlprimel, Sumpfstendelwurz, Sumpfgladiole, Helmknabenkraut und der Große Wiesenknopf als floristische Highlights. Solche Arten sind selbst vielen Einheimischen kaum bekannt – im Donaumoos finden sie aber nach wie vor geeignete Lebensräume.
Besondere Aufmerksamkeit gilt auch einer besonders bedrohten Tagfalter-Art, dem Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling. Nach dem Hochwasser 2024 war die Sorge groß, da die Bestände vieler bodenlebenden Insekten stark beeinträchtigt wurden. Im vergangenen Jahr ließen sich beispielsweise keine Wiesenknopf-Ameisen-Bläulinge nachweisen. Umso größer die Erleichterung: In den letzten Wochen konnten wieder mehrere Falter beim Hochzeitsflug beobachten werden.
Der Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling hat einen besonders faszinierenden Fortpflanzungszyklus. Die Weibchen legen ihre Eier ausschließlich an den Blüten des Großen Wiesenknopfes. Die geschlüpften Raupen fressen zunächst die Blütenknospen des Wiesenknopfs. Sobald sie größer sind, lassen sie sich von der Roten Knotenameise aufnehmen und werden in deren Nest getragen. In den sicheren Tiefen des Ameisennests entwickeln sich die Raupen weiter und verpuppen sich. Diese besondere Wechselbeziehung zwischen dem Schmetterling und den Ameisen macht den Fortpflanzungszyklus des Falters zu einem beeindruckenden Beispiel für die komplexen und oft geheimen Symbiosen in der Natur.
Damit sowohl die seltenen Pflanzen als auch der Bläuling dauerhaft eine Heimat behalten, bittet die ARGE Schwäbisches Donaumoos alle Besucherinnen und Besucher, die ausgeschilderten Wege nicht zu verlassen. Wer Abstand hält, trägt aktiv dazu bei, dieses einmalige Naturjuwel zu bewahren.

Nach dem Hochwasser 2024 blieb der Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling zunächst aus. Jetzt wurden wieder mehrere Falter im Hochzeitsflug gesichtet – ein erfreuliches Signal. Die Art ist eng an den Großen Wiesenknopf und die Rote Knotenameise gebunden und reagiert daher äußerst empfindlich auf Störungen.